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Meilensteine:

03.02.97 Facharbeitsabgabe

26.06.97 Geburt vom Sp@nna


26.06.97 AbiFeier

Der Abschluß der Schulzeit, ein gutes oder ein schlechtes Ereignis? - Lange haben wir überlegt. Einerseits wird man nun in Freiheit und Eigenverantwortung entlassen, andererseits ist dennoch eine gewisse Leere spürbar. Was soll man jetzt bloß den ganzen Tag lang machen? Keine Hausaufgaben, kein Unterricht, keine Klausurvorbereitungen! Die Schule hat, auch wenn so manch einer das gerne bestreitet, unser Leben bestimmt und beeinflußt. Nicht nur, daß wir viel gelernt haben, auch unser soziales Umfeld war eng mit der Schule verbunden. Besonders in den unteren Klassen unterscheidet sich der Freundeskreis vom Klassenverband nur unwesentlich. Aber auch in der Kollegstufe gibt es neben Stress und Noten viele Dinge, die wir eigentlich nur ungern missen möchten.
Die Schulzeit hat uns geprägt. Deshalb möchten wir an dieser Stelle die letzten 13 Jahre Revue passieren lassen.

An die Einschulung mag sich die eine oder andere noch erinnern. Ein bunter Schulranzen, eine große Schultüte! Nicht nur als ABC-Schützen, sondern die gesamten Grundschuljahre verbrachten wir alle als begeisterte Schüler. Damals war das Abitur und der heutige Tag jenseits allen Vorstellungsvermögens. So was war doch nur etwas für Große und Erwachsene!
Auch wenn das ferne Ziel noch nicht sichtbar war, kamen wir ihm täglich näher. Voll Neugier blickten wir auf das, was uns am Gymnasium erwarten würde.

Aus den Großen wurden die Kleinen des St.-Anna-Gymnasiums. Ausgerüstet mit einer neuen "erwachseneren" Schultasche machten wir uns auf, in bisher unbekannten Fächern, Wissen zu sammeln. Englisch, Bio, Erdkunde, und für jedes Fach ein anderer Lehrer - alles war neu und einfach spannend. Dennoch genossen wir als immer noch verspielte Unterstufler die Pausen auf dem Hof, obwohl er damals noch kein so tolles Klettergerüst hatte wie heute. Auch Sie, liebe Lehrerinnen und Lehrer, denken sicherlich gerne an uns, diese brave Unterstufe zurück. Bei Schullandheimaufenthalten in Inzell und Schliersee, Exkursionen ins Deutsche Museum und Wandertagen in den Tierpark war die Stimmung stets fröhlich und ausgelassen. Man ahnte ja noch nichts von dem Feilschen um gute Noten, dem man in der Kollegstufe ausgesetzt sein würde. Auf jeden Fall bleiben uns diese drei Jahre sicherlich in guter Erinnerung.

In der Mittelstufe rückte der Schulalltag dann offensichtlich zunehmend in den Hintergrund.
Das St.-Anna-Gymnasium avancierte in dieser Zeit zum Treffpunkt diverser Cliquen und Freundeskreise. Gott sei Dank halfen uns wenigstens Frau Stücklens Belehrungen über ziviles Anklopfen (2 mal!) und korrektes Grüßen auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Schließlich ist die Schule eine Bildungsstätte und kein Freizeitpark.
Leider gab es nur wenige Austauschmöglichkeiten, diese nutzten wir dafür alle aus. Ein Aufenthalt in Norwegen, einer in Frankreich und auch Italien wurde von einigen bereist. Die verzweifelten Versuche, die Schülerschaft an das steinerne Gebäude im Lehel zu fesseln, schlugen in dieser Hinsicht also fehl. Eine Woche Austausch hat uns sicherlich nicht geschadet und wird auch den jetzigen Mittelstuflern bestimmt Freude und vor allem auch Erfahrungen bringen. Das Verständnis der Kulturen untereinander - und dazu trägt ein Schüleraustausch bei - ist der erste Schritt zu einem vereinten Europa und einer multikulturellen Gesellschaft. Außerdem mangelt es SAG-Schülern ohnehin nie an Unterricht, da sich der Begriff "hitzefrei" anscheinend nicht im Vokabular der Schulleitung befindet. Abgesehen davon investierte so manch einer auch eine Menge Freitzeit in die Schule. In unserer Mitte haben wir einen ehemaligen Schülersprecher, in vielen Arbeitskreisen tätige SMVler und die Gründer des Schulsanitätsdienstes sowie der SAZ, unserer Schülerzeitung.
Leider mußten uns einige unserer Mitschüler in der Mittel- und später auch in der Oberstufe verlassen. Alle denen möchten wir an dieser Stelle ebenfalls viel Glück für die Zukunft wünschen.

Zu Beginn der Oberstufe wurde die Allgemeinheit zum selbständigen Mitschreiben angehalten. Die Arbeitsutensilien beschränkten sich von da an auf das Nötigste. Der Endspurt begann!
Trotz des bekannten SAG-Chaos konnten die Kollegstufenbetreuer, Frau Bischopink und Herr Poschner, für nahezu perfekte Stundenpläne sorgen. Für ihr Engagement und ihre Unterstützung möchten wir ihnen herzlich danken!
Obwohl unsere Schule am Anfang der K12 um viele neue Gesichter bereichert wurde, bildete sich bedauernswerterweise kein rechter Zusammenhalt unter den Kollegiaten. Erst die Studienfahrt - auf die wir später noch einmal zu sprechen kommen werden - brachte uns näher zusammen und gab uns die Möglichkeit, uns besser kennenzulernen. Das stets verschlossene Kollegstufenzimmer im Keller bot freilich auch keine Möglichkeit zum Zusammentreffen in Freistunden. Auch die meist überfüllten Sitzecken in den Gängen des Schulgebäudes waren keine Alternative zu Cafe Wünsche, Kirchplatz und Tengelmann. Diese wiederum waren nicht nur in der unterrichtsfreien Zeit hoch frequentiert.
Um solche verkehrsreichen Orte zu entlasten, wäre es also wirklich schön und sinnvoll, den zukünftigen Klassen der K12 und K13 ein angemessenes Kollegstufenzimmer zu bescheren.

Was gibt es sonst noch zur Kollegstufe zu sagen? Hätte es da nicht Kooperation mit einer benachbarten Lehranstalt geben sollen? Die Differenzen zwischen St.-Anna- und Wilhelmsgymnasium beschränkten sich nicht nur auf den Stundenbeginn.
Der mangelnde Informationsfluß zwischen beiden Schulen verhinderte zwar so manche Kontaktaufnahme, aber selbst die Aussperrungsmaßnahmen bis Pausenende vor den Toren des WG wirkten einer weiteren Annäherung nur wenig entgegen. Auch die Frage nach der fachlichen Kompetenz stellte sich, Dank humanistischen Selbstbewußtseins, nie.
Von ein paar Ausnahmen abgesehen, kann also ruhigen Gewissens behauptet werden, daß sich in unserem Jahrgang der Kleinkrieg in Grenzen hielt und man von regelrecht freundschaftlichem Umgang sprechen kann.

Absoluter Höhepunkt - natürlich abgesehen vom heutigen Tage - waren die Kollegstufenfahrten. Schon Wochen vorher wurde übers Kofferpacken nachgedacht. Dies gestaltete sich für jeden unterschiedlich. Wer braucht schließlich einen Malta-Führer in London oder Englische Pfund in Chamonix? Auch der Eispickel ist in Rom wahrscheinlich eher unnötig. Wie man also sieht, sind wir ausgeschwärmt, um halb Europa unsicher zu machen. Wir lernten nicht nur fremde Länder kennen, sondern auch die eigenen Mitschüler. Unserem Klassenverband hat die Studienfahrt gute Dienste erwiesen.
Ich meine behaupten zu dürfen, daß niemand nicht total übermüdet, glücklich und mit neuen Eindrücken vollgestopft wieder in München ankam. Auch unsere Begleiter dürfen wohl zu diesem Kries gezählt werden. Ihnen, liebe Lehrerinnen und Lehrer, die diese Fahrten mit uns unternommen haben, vielen herzlichen Dank!

Schwerwiegende Panikschübe sollten wohl ein Vorgeschmack zum nahenden Abiturstress sein. Mit der Abgabe der Facharbeit im Februar war die erste Abi-Hürde genommen. Spurlos ging die Sache auch am Schulgebäude nicht vorüber. Selbst wenn unser Jahrgang das St.-Anna-Gymnasium schon längst verlassen hat, werden die beiden Wandbilder an uns erinnern. Auch aus anderen Fächern bleiben viele Modelle und Schaukästen der Nachwelt erhalten.
Für einen Großteil der Schülerinnen und Schüler wäre die Durchführung der Facharbeit und vieler Referate ohne die tatkräftige Unterstützung von Frau Ernst nicht möglich gewesen. Wir danken auch Herrn Hiendlmaier aus dem Sekretariat für seine schülerfreundliche Haltung, die er stets beibehielt. Mit Engelsgeduld erteilte er auch nach dem hunderstenmal Antworten auf Fragen wie "Wo sind die Jungentoiletten?" oder "Wann beginnt nun das Abi?".

Als Anfang Mai die Prüfungen anstanden, hatte die Lernerei und der Abistreß ein Ende. Doch genug davon!
Bevor wir endgültig abtreten, sollten unsere Nachfolger gewarnt sein: Frau Stücklen erzieht die Welt und die Schule regiert Herr Klensch. Beides wurde bei der Behinderung der Organisation von Abi-Fest, Abi-Zeitung und Abi-Streich leider nur allzu deutlich. Dennoch gelang uns Dank guter Planung und Vorbereitung ein Streich, der, so schien es, sowohl Schülern, Lehrern und vor allem auch den Abiturienten Spaß gemacht hat. Aus der vielen Arbeit, die in der Zeitung steckt, ist hoffentlich eine gesunde Mischung aus Information, Kritik und Humor geworden. Was das Fest betrifft, kann man nur sagen: sehen sie selbst!
All diejenigen, die sich an alledem nicht beteiligt haben, werden wahrscheinlich das Gefühl, etwas versäumt zu haben, nie mehr los.
Wir hatten unser Vergnügen!
Deshalb stehen wir heute hier und schauen sowohl gerne auf die letzten Tage, als auch auf die vergangenen 13 Jahre zurück. Jeder von uns hat seine eigenen Träume und Pläne und wird seinen eigenen Weg gehen. Trotzdem weiß wohl keiner genau, was die nächsten 13 bringen werden.
Zumindest eines wissen wir ganz sicher:

Jetzt haben wir das Abi in der Tasche!!!!!!

Wir wünschen allen viel Glück und Erfolg in der Zukunft!

(Abirede vom 27.06.1997)